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Marktforschung 2026: Belastbare Daten trotz KI-Rauschen

Aktualisiert: 2026-08-26 · 6 Min. Lesezeit

Immer mehr Quellen, immer weniger Verlässlichkeit. Wie Marktforschung 2026 aufgesetzt wird, damit die Ergebnisse Entscheidungen tragen.

Zwei Probleme, die gleichzeitig zunehmen

Erstens: Rücklaufquoten in B2B-Befragungen sinken, weil Entscheider mit Anfragen überlastet sind. Zweitens: Ein wachsender Anteil frei verfügbarer Marktinhalte ist automatisiert erzeugt und wiederholt bestehende Aussagen, ohne neue Daten zu enthalten.

Beides zusammen führt zu Reports, die präzise aussehen, aber auf dünner Basis stehen.

Qualitätsprüfung für jede Quelle

Bevor eine Zahl in eine Entscheidung einfließt, prüfen wir vier Punkte:

  • Primärquelle vorhanden und benannt – oder nur Zitat eines Zitats?
  • Erhebungszeitraum und Stichprobengröße angegeben?
  • Geografischer Bezug passend – DACH oder aus einem anderen Markt übertragen?
  • Interessenlage des Herausgebers erkennbar?

Methodenmix, der 2026 funktioniert

Weil Befragungen allein zu dünn werden, kombinieren wir drei Ebenen:

  • 8 bis 12 qualitative Interviews mit echten Entscheidern aus dem Zielsegment – Tiefe statt Menge.
  • Verhaltensdaten aus dem eigenen Vertrieb: Anfragen, Verlustgründe, Abschlussdauer.
  • Öffentliche Strukturdaten für Marktgröße und Segmentabgrenzung.

Vom Ergebnis zur Entscheidung

Jede Erkenntnis wird mit einer Handlungsempfehlung und einer Gegenprobe versehen: Was müssten wir beobachten, damit sich diese Aussage als falsch erweist? Diese Gegenprobe verhindert, dass eine einmal formulierte Marktannahme jahrelang unhinterfragt in Strategiedokumenten weiterlebt.

Häufige Fragen

Wie viele Interviews braucht eine qualitative B2B-Studie?

In eng abgegrenzten Segmenten liefern 8 bis 12 Interviews meist bereits wiederkehrende Muster. Weitere Gespräche erhöhen dann vor allem die Sicherheit, nicht den Erkenntnisgewinn.

Kann man KI in der Marktforschung einsetzen?

Für Strukturierung, Transkription und Mustererkennung in eigenen Daten ja. Als Quelle für Marktzahlen nein, solange die zugrunde liegende Primärquelle nicht überprüfbar ist.

Wie erkennt man unbrauchbare Marktzahlen?

Fehlender Erhebungszeitraum, fehlende Stichprobenangabe, kein benannter Herausgeber oder Zahlen, die ausschließlich in Sekundärartikeln auftauchen, sind deutliche Warnzeichen.

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